Fair- statt Smartphone

20.06.2014 21:37

Fairtelefonieren - das neue Fairphone, nichts neues aber trotzdem gut

Ein mobiles Telefon, das die Welt ein wenig besser macht.   Moritz Jahns, News4u

Heutzutage hat jeder Jugendliche ein Smartphone. Die technische Entwicklung ermöglicht eine immer schnellere Produktion. Das bedeutet auch: sie sind  günstiger erhältlich. Die große Technik zum kleinen Preis hat jedoch einen faden Beigeschmack – Hungerlöhne, schlechte Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit.

Ein Team aus den Niederlanden hat nun eine Alternative entwickelt. Sein Hauptanliegen ist es, alle Arbeiter der Produktion gerecht am Gewinn zu beteiligen und ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Zudem legen die Entwickler alle Produktionsschritte und die Transportwege der Einzelteile des Fairphones dar. Damit möchte das Team die Konsumenten erreichen und für die schlechte Behandlung der Arbeiter sensibilisieren.

Da Freiwillige und Ehrenamtler das Konzept des Fairphones entwickelt haben und kein Konzern dieses Projekt unterstützt, müssen die Kunden die Produktion über das sogenannte Crowd-Funding selber bezahlen. Hierbei finanzieren Interessierte im Voraus unterschiedliche Projekte. Diese reichen von Filmen, Kunstprojekten und Computerspielen bis zu Erfindungen wie dem Fairphone.

Im Januar 2014 war es dann so weit. Nach zwei Jahren harter Arbeit gingen die ersten 25.000 fair produzierten Smartphones um die Welt. Doch bis dahin war es ein harter Weg. Probleme gab es schon vor der Ablieferung. So verzögerte sich die Fertigstellung um zwei Monate. Doch da zeigte sich, dass die Entwickler ihre Grundsätze von Transparenz ernst nehmen. „Sie haben alle drei Wochen Mails verschickt. Darin haben sie erklärt, wo gerade die einzelnen Teile sind und welcher Produktionsschritt als nächstes absolviert wird“, sagt Robert, einer der das faire Smartphone gekauft hat.

Mit dem Preis von 325 Euro liegt das Fairphone preislich im Mittelfeld von Smartphones. Auch die Hardware ist durchschnittlich. Mit einem 4,3 Zoll Display ist das Fairphone lediglich etwas größer als das iPhone 5s. Die Leistung und die Akkulaufzeit sind zwar - im Vergleich zum iPhone 5s und dem Samsung Galaxy –laut Testergebnissen einer Computerzeitschrift etwas schwächer, doch es bietet auch große Vorteile: Das Fairphone besitzt Eingänge für zwei SIM-Karten. Zudem können beispielsweise Musikbesessene den zwölf Gigabyte betragenden  internen Gerätespeicher mit einer SD-Karte um bis zu 64 Gigabyte erhöhen. Mit acht Megapixeln gibt auch die Kamera ein solides Bild ab.

Eine weitere Besonderheit des Fairphone ist die Puristik des Smartphones. Es ist nur das Betriebssystem Android OS installiert. Jeder, der will, kann sich jedoch ein anderes Betriebssystem installieren. Außerdem bieten die Entwickler Tutorial-Videos im Internet an, damit auch jeder Einsteiger problemlos in die Fairphone-Welt eintauchen kann. Zudem können alle ihr Smartphone selber mithilfe des Programms „iFixit“ reparieren. Alle Einzelteile sind auf der Webseite des Fairphones erhältlich.

Und wenn eine Reparatur überhaupt nicht mehr möglich ist, können die Kunden ihr defektes Gerät wieder in die Niederlande zu den Entwicklern schicken. Dort wird das Smartphone wieder auseinandergenommen und möglichst effektiv wiederverwendet – also recycelt, und zwar fair.

Mein Fazit:

Insgesamt ist das Fairphone eine gute Alternative für die herkömmlichen Smartphones. Zwar ist die Technik nicht die allerneuste, doch die leichte Handhabung und die guten Reperaturmöglichkeiten bieten einen großen Vorteil. Das Fairphone ist bisher noch in der Testphase und wird noch von Unabhängigen produziert. Das soll sich jedoch bald ändern. Auf Angebote von größeren Konzernen warten die Entwickler allerdings noch. Im Juli sollen die nächsten Geräte verschickt werden.    


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