Mix dir deinen Weltcocktail

20.06.2014 22:14

Ulrich Christenn macht die Ungleichverteilung des Wohlstandes deutlich

Eine Mitmachaktion von Brot für die Welt lädt zum Nachdenken, aber auch zum Genießen ein.

Judith Freese, NEWS4U

Auf dem Boden liegen Zettel mit den Namen der fünf Kontinente, darauf sind viele kleine Schokoladentafeln je nach Wohlstand der Region verteilt. „Jetzt könnt ihr die weltweite Verteilung des Reichtums auf die einzelnen Kontinente sehen“, erklärt Ulrich Christenn, Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei der Diakonie, „da stellt sich natürlich die Frage, warum wir diese Ungerechtverteilung einfach so hinnehmen.“ Der größte Schokoladen-Berg thront auf Europa und Nord-Amerika. „Ich würde die Schokolade auch alleine essen“, scherzt ein Workshop-Teilnehmer, der sich spontan den amerikanischen Kontinent unter den Nagel reißt. Wer viel hat, will natürlich nicht teilen.

Für eine gerechtere Verteilung tritt „Brot für die Welt“ ein und will mit der „FairÄnderBar“ unterhaltsam Bewusstsein für das Ausmaß und die Folgen des blinden Konsums schaffen. Einmal wirklich Hunger zu erleiden, ist für uns in Deutschland unvorstellbar, doch unser Übermut kann sich auf andere Teile der Erde und die Menschen in den produzierenden Ländern verheerend auswirken. Wo sowieso schon Wasserknappheit herrscht, werden bis zu 15.000 Liter Wasser für ein Kilo Rindfleisch oder 20.000 Lite zur Herstellung eines Computers verbraucht.

Wer sich einmal mit dieser Problematik auseinandersetzten möchte, kann seinen ökologischen Fußabdruck auf der Internetseite von „Brot für die Welt“ ausrechnen. Rund sieben Hektar Land verbraucht ein erwachsener Mensch im Durchschnitt, aber ist das nötig? In der FairÄnderBar können die Jugendlichen mit nachhaltig produzierten und fair gehandelten Zutaten Cocktails mischen. Die sind nicht nur lecker und fruchtig, sondern die Teilnehmer können sie auch mit einem guten Gewissen trinken. Beim Mixen kann jeder seiner Kreativität freien Lauf  gelassen.

„Die Cocktails verbinden das Beste aus beiden Richtungen: Selbstgemachte Säfte aus der Region, aber auch aus anderen Teilen der Welt“, erzählt Ulrich Christenn. Er empfiehlt den „Fair Hugo“ – mit 10cl Orangensaft, 1cl Limettensaft, einem Schuss Holundersirup, und Soda kann sich jeder ein erfrischendes Getränk mixen. Ein Teil der FairÄnderung zu werden ist ganz einfach und macht Spaß. Wer sitzt schon gerne alleine vor einem Schokoladenberg?    


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