Ohne uns gibt es die Kirche bald nicht mehr

21.06.2014 15:34

Mirco Leibig, der Pressesprecher des Jugendcamps 2014 in Siegburg, im Gespräch mit Ann-Marlen Hoolt, News4U

Herr Leibig, Sie sind ehrenamtliches Mitglied im Vorstand der Evangelischen Jugend, die das Jugendcamp organisiert. Das Jugendcamp geht nun zu Ende. Eine erste Bilanz?

Ich merke erst jetzt richtig, was wir da auf die Beine gestellt haben. Natürlich waren wir an der Entscheidungsfindung beteiligt und haben uns auch eingebracht, aber jetzt erst ergibt sich ein Gesamtbild. Und wenn ich dann die Veranstaltungen sehe und wie gut sie besucht sind, dann haben wir das gehalten, was wir versprochen haben.

Also hat sich die viele Organisation gelohnt?

Ja, der Stress hat sich gelohnt. Da gebührt mein Dank vor allem dem Hauptorganisationsteam, das viel Arbeit in die Vorbereitung gesteckt hat. Da muss man auch ehrlich gestehen, dass wir zwar mit von der Partie waren durch unser Ehrenamt, aber auch nicht tagtäglich dabei involviert gewesen sind.

Oftmals wird ja die Evangelische Jugend mit der Evangelischen Kirche verwechselt. Worin besteht die Arbeit der Evangelischen Jugend?

Die Evangelische Kirche im Rheinland ist natürlich unsere Mutterkirche, aber die Evangelische Jugend im Rheinland ist in sich als Verband eigenständig. Die Kirche gehört natürlich dazu, doch wir treffen unsere eigenen Entscheidungen.

Im Grunde genommen sind wir das Konsortium, in das jedes Kind ab sechs Jahren natürlich eingeboren wird – auch wenn es das vielleicht noch gar nicht weiß. Und in der Delegiertenkonferenz, die wir haben, verbinden wir alle Kirchenkreise, alle Verbände, alle Jugendeinrichtungen. Zudem sind wir ja ein ehrenamtlicher Vorstand. Das ist der Hauptunterschied zur Evangelischen Kirche, die hauptsächlich hauptamtlich organisiert ist.

Unsere Arbeit ist vielfältig. Also letztendlich sind wir das Bindeglied für die Jugend zur Kirche.

Warum veranstaltet die Evangelische Jugend Events wie das Jugendcamp?

Um den Jugendlichen zu zeigen, was wir können und was es überhaupt außerhalb der Gemeinden und Kirchenkreise gibt. Wir wollen ihnen die Möglichkeit bieten sich zu treffen, auszutauschen und neue Leute kennen zu lernen. Und ein wenig Eigennutz ist natürlich auch dabei: Wir können dadurch Werbung für die Evangelische Jugend machen und zeigen, dass Kirche nicht alt sondern vielfältig und mitten in der Gesellschaft ist. Wenn es uns nicht gäbe, gäbe es die Kirche in 20 bis 30 Jahren auch nicht mehr.

Was war bis jetzt Ihr persönliches Highlight des Jugendcamps?

Am intensivsten habe ich das Theaterstück „Nichts“ erlebt. Das ist mir wirklich nahe gegangen. Aber eigentlich möchte ich gar kein Ereignis hervorheben. Jeder, der hier etwas organisiert, ist ein Highlight für sich. Und jedem, der so etwas schafft, gebührt Respekt. Im Grunde genommen ist das ganze Camp also ein Highlight.

Und gibt es auch irgendetwas, das nicht so gut geklappt hat?

Natürlich kann auch nicht immer alles glatt gehen. Mal funktionieren Absprachen nicht ganz so gut, und auch technische Probleme können wir nicht alle vermeiden. Aber letztendlich muss auch nicht immer alles funktionieren. Wichtig ist vor allem, dass alle Spaß haben und sich wohl fühlen.

Wird es denn auch ein Jugendcamp 2018 geben?

So ganz kann ich das noch nicht sagen, schließlich sind es noch vier Jahre bis dahin, in denen wir einiges organisieren und klären müssen. Alles andere wird die Zukunft zeigen.    


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