Wo sich Mensch und Tier gute Nacht sagen

21.06.2014 17:09

Das "Stückchen Erde" des Vereins "Animal Ambassador"

„Animal Ambassadors“ schafft Begegnungen und Erlebnisse in der Natur 
Judith Freese, NEWS4U

Grüner, immer grüner wird die Landschaft, je  weiter wir uns von der Siegburger Innenstadt entfernen. Als wir in Kaldauen, einem Stadtteil von Siegburg, aus dem Auto steigen, stehen wir vor weiten Feldern, Blumen und Schafswiesen. Diese Idylle lässt mich gleich das aufgeregte Treiben auf dem Marktplatz vergessen. Unsere Gruppe, die sich hinaus an den Stadtrand traut, wird freudestrahlend von Relana Beck empfangen, die seit mehreren Jahren zum Verein „Animal Ambassadors“ gehört.

„Tiere lehren das Leben lieben“, heißt es im Flyer des Vereins. Tatsächlich sind hier alle sehr ausgeglichen und zufrieden: Hund, Pferd und Mensch scheinen im Einklang, so etwas gefällt den Mitgliedern des Vereins „Animal Ambassadors“, der sich als Botschafter der Tiere versteht. Ihr Vereinssitz ist eine wild bewucherte Wiese mit Trampolin, Lagerfeuerstelle und einem kleinem Schuppen. Ein „Stückchen Erde“ nennen die „Animal Ambassadors“  liebevoll ihr Reich am Rande der Stadt. Hier veranstalten sie regelmäßig Aktionen und Feste. „Wir wollten einen Ort für Menschen schaffen, die sich nach mehr Naturverbundenheit sehnen“, erzählt Relana Beck.

Wir setzen uns alle im Kreis auf ein riesiges Trampolin und machen erst einmal eine Vortellungsrunde. Dann beginnen wir damit, Wildkräuter zu sammeln. Ziel ein selbstgemachter Kräuterquark, den wir später zum Stockbrot genießen möchten. Gänseblümchen, Spitzwegerich und Kleeblüten landen in meiner Schüssel. Aber die sollen genießbar sein? Normalerweise hätte ich diesem Grünzeug keine Beachtung geschenkt.

Tatsächlich können wir die meisten Blüten essen, sie kommen kleingeschnitten in unseren Quark. Das Lagerfeuer ist schon vorbereitet und ich setze mich gemeinsam mit den anderen Teilnehmern um die Feuerstelle. Als auch die Stockbrote endlich fertig sind, ist es so weit: Ich probiere den selbstgemachten Kräuterquark. Der meist herbe Geschmack der Kräuter ist eher ungewohnt, aber einen Versuch wert. Gesund ist das Gemisch auf jeden Fall.

Angelehnt an die Natur- und Erlebnispädagogik vermittelt „Animal Ambassadors“ ein Leben in der Natur. Neben dem Sammeln von Kräutern, kann jeder dort auch den Umgang mit Tieren lernen. Das Team wendet den „Tellington-Touch“ bei seinen Tieren an - eine Methode, die durch gezielte Berührungen das Vertrauen zwischen Tier und Mensch stärken soll. Um die Wirkung nachvollziehen zu können, setzen wir uns wieder auf das Trampolin. Diesmal bilden wir einen Kreis, wobei jeder an seinem Nächsten die „Touches“ ausprobieren kann. Ein bisschen komisch komme ich mir vor, als ich meiner Sitznachbarin Daniela in kreisförmigen Bewegungen über den Rücken streiche. Auch wenn die Berührungen sehr entspannend sind, kann ich mir nur schwer vorstellen, sie an einem Tier anzuwenden.

Das „Stückchen Erde“ ist ein Ort, an dem jeder wilkommen ist und seinen Horizont erweitern kann. Gestärkt und tiefenentspannt machen wir uns auf den Rückweg zum Marktplatz und lassen diesen friedlichen Fleck Natur hinter uns - mit der Erkenntnis im Gepäck, dass die Begegnung zwischen Mensch und Tier einen schönen Ausgleich zum Alltagstroubel sein kann.


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