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21.06.2014 20:43

Menschenmassen auf dem Jugendcamp: Ideal um neue Leute kennen zu lernen

Ann-Marlen Hoolt zieht eine persönliche Bilanz über das Jugendcamp 2014 in Siegburg

Als ich am Donnerstag meine Zähne putzen wollte, war es ziemlich eng im Badezimmer. Schultoiletten sind ja eigentlich auch nicht als Waschräume ausgelegt. Während ich also darauf gewartet habe, dass das Waschbecken frei wird, habe ich mich mit einem Mädchen aus Nigeria unterhalten. Ziemlich lange sogar. Am liebsten hätte ich noch länger in der Schlange gewartet, um mehr über ihre Kultur zu erfahren, die mir gänzlich fremd ist.

Für mich ist es genau das, was das Jugendcamp ausmacht. Leute treffen, sich austauschen, den Horizont erweitern. Nun da sich das Jugendcamp 2014 in Siegburg seinem Ende zuneigt, ist es Zeit eine erste Bilanz zu ziehen.

Mit über 400 Aktionen und Angeboten war es das bisher größte Camp. Und somit konnte wohl auch jeder der rund 3000 Teilnehmer etwas Passendes für sich finden: Sport, Musik, Glaube und Kunst – das Camp punktete mit Vielfalt und Ausgefallenheit. Wo sonst bekommen Jugendliche die Möglichkeit ein Hovercraft zu bauen, Nägel zu schmieden oder sich mit Schwarzlicht beim Minigolf und Menschenkicker auszutoben.

Das Angebot war so bunt, dass es mir schwer fiel, mich auf eine Aktivität festzulegen. Doch leider musste ich das irgendwann. Schließlich kann ich nicht an vier Orten zugleich sein. Dies liegt auch daran, dass die Veranstaltungsorte über die ganze Stadt verstreut lagen. Dafür mussten mitunter längere Fußmärsche in Kauf genommen werden. Schade nur, dass einige Programmpunkte, für die ich mich entschieden hatte, kurzfristig gestrichen wurden. Wer diese Information nicht bekam, machte sich ganz umsonst auf den Weg - aber so ergaben sich auch die einen oder anderen interessanten Gespräche mit anderen Wartenden.

Auch die Versorgung war bestens garantiert. An Ständen boten Helfer Speisen und Getränke für die Teilnehmer. Allerdings stand überwiegend Fast-Food auf dem Speiseplan. Gut und günstig? Ja. Gesund? Nicht wirklich.

Die meisten Teilnehmer schliefen in Schulen und Turnhallen. Verschiedenfarbige Bändchen und hilfsbereite Quartierbetreuer sorgten für einen geregelten Ablauf. Schlafsäcke, Isomatten und Gemeinschaftsduschen mögen nicht für jeden etwas sein, doch für mich sind sie Teil der Camp-Atmosphäre. Und sie bieten wiederum den idealen Anfang für Gespräche – wie bei mir und dem nigerianischen Mädchen, dessen Namen ich bis heute nicht kenne. Und letztendlich sind die meisten Jugendlichen auch nicht zum Schlafen hergekommen, sondern um etwas zu erleben und sich auszutauschen.

Erlebnisreich waren die vergangenen Tage auf jeden Fall. Natürlich gab es auch ein paar Pannen, technische Probleme und fehlende Absprachen. Doch im Großen und Ganzen war das Jugendcamp eine gelungene Veranstaltung. Alle Menschen, mit denen ich gesprochen habe sind froh dabei gewesen zu sein. Und letzten Endes ist es genau das, was zählt. Wenn die Teilnehmer und Helfer mit einem guten Gefühl nach Hause fahren, sind alle Schwierigkeiten schnell vergessen.  


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